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Marktkirche
Die Marktkirche zu Hannover
1988 war diese gotische Kathedrale 750 Jahre alt, wenn man ihre Existenz
auf die erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahr 1238 festlegt.
Sie ist die größte Kirche in Hannover und hat mit 98,5 Metern auch den
höchsten Turm die Aussichtshöhe ist knapp einen halben Meter unter
der des neuen Rathauses.
1984 erlangte diese evangelische Kirche, an der auch die
hannoversche Landesbischöfin - Dr. Margot Käßmann -
"Predigrecht" hat, bundesweite Berühmtheit,
als man ihr während der Bauarbeiten am Turm den Hahn stahl.
Er ist nie wieder aufgetaucht, doch die Hannoveraner fanden sich zu einer spontanen Sammelaktion zur Erneuerung des Hahnes und kürten die Marktkirche
"St. Jakobi et Georgi" auch gleich zum Wahrzeichen der Stadt.
Kirchenrechtlich gehört zu dieser großen Stadtgemeinde auch die vermutlich
älteste Kirche der Altstadt, die Kreuzkirche.
Heute hat die Marktkirche, die natürlich bis zur Reformation röm.-kath. war,
viele Aufgaben. Sie ist Sitz des Stadtbischofs, präziser des Stadtsuperintendanten Wolfgang Puschmann, der zusammen mit Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann die Predigtdienste und andere kirchliche Handlungen versieht. Darüber hinaus ist die Marktkirche Veranstaltungsort für große, festliche Gottesdienste, viel besuchter Konzertsaal mit herausragenden Musikern und auch Schauplatz mancher,
nicht immer theologischer - Auseinandersetzungen.
Noch ein Kuriosrum am Rande: Als die 1943 zerstörte Marktkirche zu Hannover bis 1952 vom verstorbenen Architekten Dieter Oesterlen wieder aufgebaut wurde, äußerte der damalige Bauherr und weithin berühmte Landesbischof Hanns Lilje den Wunsch, doch innerhalb des Kirchenschiffes eine Garderobe einzubauen. Aus der gewünschten Garderobe wurde der spätere Bödekersaal, denn Oesterlen hatte entdeckt, das die Fundamente der 4 Säulen viel tiefer gingen als Jahrhunderte lang angenommen wurde. Noch mehr hat die Kirche, die täglich von 10:00 bis 18:00 geöffnet ist,
schon aus der Vergangenheit zu bieten. Neben Kunstschätzen, wie dem mittelalterlichen Flügelaltar, den Fenstern, den Taufbecken und vielen Epitaphien - Erinnerungen an berühmte hannoversche Bürger - gibt es eine enge Verbindung zur ebenso berühmten Markthalle … nur einen Steinwurf von der Marktkirche entfernt.
Im Mittelalter erfüllte die Marktkirche weitgehend die Funktion des Marktes,
im Inneren spielte sich Handel, Wandel und Kommunikation ab.
Heute spielen beide Gebäude - Marktkirche und Markthalle - mit ihren unterschiedlichen Zielen und Funktionen eine bedeutende Rolle für die Hannoveraner und ihrer Gäste.
http://www.kirche-hannover.de/marktkirche/